Redebeitrag auf der #BlackLiveMatters Demo in Trier

Am 7.6.2020 hat eine antirassistische Demonstration auf dem Trierer Viehmarkt stattgefunden. Dazu durften lediglich Einzelpersonen Redebeiträge anmelden. Einen Redebeitrag hielt Konni, Mitglied der Kommunistischen Partei (DKP):

Hallo. 

Ich bin Konni. Ich spreche hier heute als Einzelperson.

In den USA wird im Durchschnitt jeden Tag ein schwarzer Mensch von der Polizei ermordet. Jeden und jeden Tag. Gestern. Heute. Morgen. Jeden Tag verliert eine Familie ihren Vater, ihre Mutter, ihre Kinder durch Polizeigewalt in den USA. Und die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert steigt enorm, wenn die Person schwarz ist. Um genau zu sein, ist die Wahrscheinlichkeit von US-Polizisten ermordet zu werden drei Mal höher (!) wenn man schwarz ist.

Das Leistungssystem im Kapitalismus, speziell in den USA, drängt vor allem nicht-weiße und arme Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft, sei es im Alltag, bei der Arbeit oder in der Schule. So stark, dass viele dieser benachteiligten Menschen dazu gezwungen sind, zum Überleben ihrer Familie, zu ihrer Versorgung im Alltag oder zur noch so kleinen medizinischen Behandlung illegale Jobs anzunehmen. Was soll das für ein System sein, in dem angeblich alle Menschen gleich sind, jedoch die einen in Ghettos geboren werden und aufwachsen, mit permanenter rassistischer Benachteiligung und Einschüchterung, mit Eltern, die hart, viel und für wenig Geld arbeiten und trotzdem jeder Dollar dreimal umgedreht werden muss, während die anderen in großen Villen, mit Kindermädchen aufwachsen und zur extra teuren Privatschule gehen? Wie soll in so einem System auch nur irgendeine Form von Gleichberechtigung stattfinden? Mit der Mär „vom Tellerwäscher zum Millionär“ werden da die Leute noch bei Laune gehalten, dass sie es ja vielleicht doch irgendwann und irgendwie zu einem besseren Leben schaffen werden. Die, die es dann doch nicht schaffen, haben sich nach vorherrschender US-Meinung „einfach nicht genug angestrengt“. Von verschiedenen Grundvoraussetzungen will man da lieber nichts hören. Aber genau da zeigt sich, wie tief verankert der Rassismus im US-System ist und macht den Rassismus ganz klar zu einer Klassenfrage! Rassismus ist, genau wie Homophobie und Sexismus, ein Versuch der Spaltung unserer Klasse, der Arbeiterklasse. 

Wie fest verankert der Rassismus in den USA ist, tritt in Polizeigewalt und Justizwillkür am offensten zu Tage. Zwischen 2013 und 2019 blieben 99%(!) der Tötungen durch Polizisten ohne Anklage. Die schwarze Kommunistin Angela Davis sagte dazu bereits 1971: „Es versteht sich von selbst, dass die Polizei ihre rassistische Maschinerie nicht in Gang setzen könnte, wenn sie nicht vom Justizsystem […] unterstützt würde. Die Gerichte verzichten nicht nur konsequent auf die Verfolgung kriminellen Verhaltens seitens der Polizei, sondern verurteilen auf der Grundlage voreingenommener Aussagen der Polizei unzählige schwarze Männer und Frauen.“

Und das ist genau das, was George Floyd am 25. Mai passiert ist und was tausenden(!) anderen schwarzen Menschen, bekannt oder unbekannt, passiert ist, jetzt gerade passiert und weiter passieren wird, wenn wir nicht dagegen weiter auf die Straße gehen!

Fred Hampton, bekannter Aktivist der marxistisch-leninistischen Black-Panthers-Party und heimtückisch von der Polizei ermordet, sagte: 

„Let me just say: Peace to you, if you’re willing to fight for it.“

Und in Deutschland ist alles super? Wir sind alle Papst, Team und Exportweltmeister? Wohlfühlgefühl in schwarz-rot-gold? Sicher nicht! Es gibt neben legalen Organisationen, die offen den Faschismus wieder herbeiwünschen dürfen und nur nicht verboten werden, weil sie (noch) zu unbedeutend sind, auch eine faschistoide Partei, die mit fast 13% im deutschen Bundestag sitzt und deren Fraktionsvorsitzender nicht nur den Holocaust und den Faschismus als „Vogelschiss in 1000 Jahren erfolgreicher Geschichte“ sieht, sondern auch sagte, dass Jérôme Boateng zwar ein guter Fußballspieler sei, ihn jedoch „niemand als Nachbarn haben wolle“. Es gibt in diesem Staat ernstzunehmende faschistische, bewaffnete Netzwerke in deutscher Polizei und Bundeswehr und das nicht nur in Sachsen. Selbst hier in Trier wurde erst vor zwei Jahren ein sogenannter „Reichsbürger“ aus dem Polizeidienst entfernt. Als würden nicht schon genug Menschen durch Faschisten auf deutschen Straßen beleidigt, gedemütigt, verletzt und sogar getötet, ist auf die deutsche Polizei mit Sicherheit kein Verlass. Neben Christy Schwundeck, Yaya Jabbie, Rooble Warsame und vielen anderen ist wohl Oury Jalloh der mittlerweile bekannteste Todesfall aufgrund von rassistischer Polizeigewalt in Deutschland. Der damals 36 jährige Oury Jalloh soll sich am 7. Januar 2005 gefesselt an eine Liege und obwohl er vorher auf Gegenstände kontrolliert wurde, mit einem Feuerzeug in einer Polizeizelle in Dessau in Sachsen-Anhalt selbst angezündet haben. Auch hier gingen, wie in so vielen Fällen von Polizeigewalt, die Täter mit vergleichsweise milden Strafen aus dem Gerichtsprozess wieder nach Hause. Das sind bundesdeutsche Zustände. Zustände die wir nicht länger hinnehmen dürfen – gegen die wir so wie heute auf die Straße gehen müssen! Mumia Abu-Jamal, ein in den USA zu Unrecht seit 1982 eingesperrter schwarzer Journalist und Bürgerrechtler sagte: „Sehen Sie Recht und Ordnung? Es gibt nichts als Unordnung, und statt des Gesetzes gibt es die Illusion von Sicherheit. Es ist eine Illusion, weil es auf einer langen Geschichte von Ungerechtigkeiten beruht: Rassismus, Kriminalität und der Völkermord an Millionen. Viele Leute sagen, es sei verrückt, sich dem System zu widersetzen, aber eigentlich ist es verrückt, es nicht zu tun“

An diesen grundlegenden und tief verankerten Problemen hat ganz offensichtlich weder der erste schwarze US-Präsident in 8 Jahren noch die erste Frau und erste Ostdeutsche als Bundeskanzlerin etwas tiefgreifend verändern können. Denn die Spaltung der Bevölkerung in schwarz, weiß, homo-, hetero-, transsexuell, Mann und Frau und die Ausbeutung der Menschen kann nur beendet werden, wenn wir den Kapitalismus überwinden und nicht, wenn wir lediglich versuchen, den Kapitalismus etwas erträglicher zu gestalten. Wie Fred Hampton sagte: „Wir werden Rassismus nicht mit Rassismus bekämpfen, sondern mit Solidarität. Wir sagen, wir werden den Kapitalismus nicht mit dem schwarzen Kapitalismus bekämpfen, aber wir werden ihn mit dem Sozialismus bekämpfen.“

Aber wie können wir wirksam gegen Polizeigewalt und gegen dieses System, das diesen Rassismus und die Ausbeutung schafft, vorgehen? Was können wir tun? Die Antwort ist: Wir müssen uns organisieren! Nicht irgendwann – nicht, wenn es gerade zeitlich passt. Sondern jetzt!

Ich möchte meinen Redebeitrag mit einem weiteren Zitat von Angela Davis abschließen und eine Empfehlung geben, wo man sich organisieren kann:

„Meine Entscheidung, mich der kommunistischen Partei anzuschließen, ging von meiner Überzeugung aus, dass der einzig wahre Weg der Befreiung für die Schwarzen derjenige ist, der zu einem vollständigen Sturz der Kapitalistenklasse in diesem Land und all ihrer vielfältigen institutionellen Auswüchse führt, die ihre Möglichkeiten dazu nutzen, die Ausbeutung der Massen und die Versklavung schwarzer Menschen fortzuführen.“

Danke für die Befreiung!

Спасибо!

Die DKP Trier sagt Danke für die Befreiung vom Faschismus vor 75 Jahren!

Danke an Marija Dmitrijewna Bondarenko Anatolij Michailowitsch Sotnikow Wassilij Josifowitsch Tschernow & Iwan Martynuschkin stellvertretend für alle Soldatinnen und Soldaten der Sowjetunion für die Befreiung vom Faschismus!

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Verbot von Infostand zum 1. Mai in Saarburg von Gericht aufgehoben

Nachdem das Straßenfest am Vorabend des 1. Mai vom Maibündnis Trier auf Grund der aktuellen Situation abgesagt werden musste, entschied sich ein Bündnis aus SJ – Die Falken Stadtverband Trier, SDAJ Trier und DKP Trier kurzfristig zur Durchführung einer Kundgebung mit Infostand unter dem Motto „Heraus zum 1. Mai – internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse“ am 30.04.2020 in Saarburg.

Infostand des Saarburger Maibündnis

Dies wurde zunächst mit teilweise nicht nachvollziehbaren Begründungen von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg verboten. Mittels Eilverfahren erstritten die stabilen Genossinnen und Genossen vor dem Verwaltungsgericht Trier ihre Versammlungsfreiheit. Wenige Minuten vor Beginn der ursprünglich geplanten Veranstaltung erfolgte der richterliche Beschluss und die Kundgebung konnte beginnen.


Macht morgen zum #TagderArbeit Gebrauch vom hohen Gut der Versammlungsfreiheit. Unter Beachtung der durchaus sinnvollen Einschränkungen zur weiteren Verbreitung des Coronavirus – Heraus zum 1. Mai!

https://de.indymedia.org/node/80210

Verteilung der Roten Spritze in Trier-West

Gerade in diesen Zeiten, in denen uns unaufhörlich eingetrichtert wird, dass es jetzt nur ein gemeinsames Ziel gäbe, dass wir gerade alle im gleichen Boot säßen und Differenzen auf später verschoben werden müssten – gerade jetzt ist Aufklärung im Sinne der arbeitenden Klasse notwendiger denn je.

Dies beherzigend, haben wir gestern die neueste Ausgabe unserer Kleinzeitung für die Beschäftigen im Gesundheitswesen, die „Rote Spritze“, in Briefkästen in Trier-West gelegt. Wir hoffen, dass sich der ein oder andere etwas Zeit für klassenbewusste Lektüre nimmt!

Technische Details für den Online-Vortrag

Wie versprochen, hier die technischen Details zum heutigen Ablauf.

Um den Vortrag zu sehen, besucht ab 19:30 Uhr die Twitch Seite unserer Genossin Marie Jäger unter:
https://m.twitch.tv/mariejaeger_at/profile

Wenn ihr danach Lust habt an der anschliessenden Diskussion mit uns und der Referentin teilzunehmen, dann kommt ebenfalls ab 19:30 oder einfach im Laufe des Vortrags auf unseren Discord Server:
https://discord.gg/4AtYqX

Solltet ihr fragen oder technische Schwierigkeiten haben, zögert nicht uns anzuschreiben.

Wir hören uns heute Abend ✊

Die neue Rote Spritze ist da

In der April-Ausgabe der Kleinzeitung von SDAJ Trier und DKP Trier für die Beschäftigten im Gesundheitswesen erwartet Euch ein Artikel zur Corona-Pandemie und die Frage „was hat das mit unserem Gesundheitssystem zu tun?“, ein spannendes Interview mit zwei Beschäftigten aus dem Saarburger Krankenhaus, ein Artikel über Gesundheit im Kapitalismus und Forderungen der SDAJ in der aktuellen Situation. Viel Spaß beim Lesen!

A Women’s Place is in the Revolution – Einführung in Geschichte, Theorie und Kämpfe


Ein Vortrag von Marie Jaeger von der Partei der Arbeit (Österreich), organisiert von SDAJ Trier und DKP Trier.

Wegen der Corona-Pandemie haben wir den Vortrag zum Thema Frauenbewegung nicht etwa ausfallen lassen, sondern ins Internet verlegt. Der Vorteil – ihr müsst nicht extra in den Infoladen kommen oder gar nach Trier reisen, um diesem Input beizuwohnen.

Also schaut rein – am Freitag, 17.April um 19:30Uhr. Nähere technische Details folgen kurz vorher auf der Homepage und auf Facebook.

Schreib uns bitte an dkp-trier[ät]riseup.net, wenn Du im Anschluss an der Diskussion mit der Referentin teilnehmen möchtest.